Interview

Interview mit dem Urologen Dr. Erik Huber Er hat tausende Vasektomien erfolgreich durchgeführt

 

Ein kleiner Eingriff mit "großartiger" Auswirkung beim Sex! Für eine Entlastung der Frauen durch eine Vasektomie spricht sich der Wiener Urologe Dr. Erik Randall Huber aus.

Dr. Erik Randall Huber, FEBU, FECSM

Dr. Erik Randall Huber war viele Jahre als Oberarzt im Krankenhaus Korneuburg tätig, ist im Präsidium des Multidisciplinary Committee of Sexual Medicine (MJCSM) und ist als Vorstandsmitglied der europäischen Urologie (EBU) für die urologische Ausbildungsqualität in ganz Europa zuständig. Seit 2012 führt er im 20. Bezirk in Wien das Urologenzentrum.

 

www.urologenzentrum.at

Herr Dr. Huber, Sie propagieren schon seit langem, dass Männer bei der Verhütung endlich ihren Mann stehen sollen. Tun sie das nicht?

Dr. Huber: Nein, leider sind es noch immer die Frauen, die in Österreich die größte Verantwortung in Sachen Verhütung tragen. In anderen Ländern ist man da teilweise schon weiter. Dabei ist es besonders in langfristigen Beziehungen und nach abgeschlossenem Kinderwunsch für den Mann sehr einfach geworden, bei der Verhütung eine tragende Rolle zu übernehmen. Anstelle die Last bei der Partnerin abzuladen oder  laufend an lusttötende Kondome denken zu müssen, können Männer nach abgeschlossenem Kinderwunsch durch einen kleinen Eingriff, der sogenannten Vasektomie, die Verantwortung für die Verhütung voll und ganz alleine übernehmen.

Gibt es für Männer eine andere Art von Empfängnis-Verhütung als Kondome oder Vasektomie?

Dr. Huber: Vieles wurde schon erprobt, wie die „Pille für den Mann“ oder ein Gel für den Samenleiter. Leider hat keine der Methoden bisher den gewünschten Erfolg gezeigt.

Wo liegt der große Unterschied zwischen der Vasektomie beim Mann und der Sterilisation bei der Frau?

Dr. Huber: Es ist für den Körper und die Gesundheit ein großer Unterschied, ob „Frau“ jahrelang Hormone in Form der Pille oder einer Spirale einnimmt bzw. eine aufwendige Operation in Vollnarkose zur Sterilisation durchführen lässt oder ob „Mann“ in Form eines kleinen ambulanten Eingriffs von 15 Minuten seine Samenleiter durchtrennen lässt. Hormonell gibt es keinerlei Veränderungen beim Mann.

Sie sagen damit, dass eine Vasktomie keine negativen Auswirkungen auf das Sexleben des Mannes hat?

Dr. Huber: Richtig, die Erektions- und die Orgasmus-Fähigkeiten werden in keinster Weise negativ beeinflusst. Es gibt ebenso keine sichtbaren Veränderungen des Samenergusses. Im Gegenteil. Jüngste Studien haben sogar gezeigt, dass die sexuelle Zufriedenheit bei Männern und auch bei Frauen nach der Vasektomie ansteigt. Ich denke daher, dass eine Vasektomie eine Win-win-Situation für beide Partner sein kann.

Eine Vasektomie ist also ein kleiner Eingriff. Wie kann man sich diesen Eingriff genau vorstellen?

Dr. Huber:  Ich führe diese Eingriffe mit der modernen „No Scalpel“ bzw. „nicht-invasiven Methode“ durch. Dabei wird durch eine kleine Öffnung in der Haut am Hodensack der Samenleiter durchtrennt, unterbunden und die Enden koaguliert. Um eine noch höhere Sicherheit zu erreichen, vernähe ich immer Bindegewebe zwischen beiden Enden, damit diese nicht wieder zusammenfinden können. Dazu benötige ich meist weniger als 15 Minuten.

Gibt es einen Grund von einer Vasektomie abzuraten?

Dr. Huber: Solange ein Mann unter 25 Jahren ist und solange er  noch Kinder bekommen möchte, muss er dieses Thema noch aufschieben. In Österreich darf eine Vasektomie erst mit 25 Jahren durchgeführt werden. Danach gibt es im Regelfall keinen Grund mehr davon abzuraten.

Lassen Sie mich aber auch noch ein paar persönliche Gedanken zur Vasektomie hinzufügen:

Ich führe die Vasektomie seit vielen Jahren bei tausenden Männern durch. Für mich ist jeder dieser Männer ein Held und der Inbegriff eines modernen Mannes. Denn die Vasektomie kommt nicht nur ihm selbst zugute, sondern insbesondere auch seiner Partnerin. Viel zu selten denken wir Männer daran, was Frauen über viele Jahre auf sich nehmen um uns Männern ein unbeschwertes Sexualleben zu ermöglichen. Leider ist es noch immer nur für einen sehr kleinen Teil der Männer selbstverständlich, diese Aufgabe der Frau nach abgeschlossenem Kinderwunsch abzunehmen.

Erschreckend finde ich, dass auch in Österreich noch mehr Frauen einen invasiven und gefährlichen Eingriff wie die Eileiterunterbindung auf sich nehmen, weil der Mann sich vor einem kleinen, schmerzlosen, 15 Minuten langen Eingriff, fürchtet. Schlimm genug, dass Frauen über Jahrzehnte mit Hormonen oder Fremdköpern ihrem Körper schaden mussten. Ich finde, dass es an der Zeit ist, dass auch wir Männer unseren Beitrag leisten und unsere Partnerinnen entlasten. Gottseidank ist in den letzten Jahren hier ein deutliches Umdenken zu bemerken und die neue Männergeneration, die nun einen abgeschlossenen Kinderwunsch hat, entscheidet sich immer öfter für die Vasektomie.


Es ist für mich unbegreiflich, dass Männer ihrer Partnerin bis heute Hormonpräparate, wie die Pille, die Spirale oder auch aufwendige Eingriffe einer Eileiterunterbrechung zumuten - anstelle selbst Verantwortung für die Verhütung zu übernehmen.

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